Voice Sells!

Die Macht der Stim­me im Re­cruit­ing

Voice Sells!

Die Macht der Stim­me im Re­cruit­ing

Was haben ein Bewerbungsgespräch und ein Drama gemeinsam? Beide sind Inszenierungen auf hohem Niveau. Beide brauchen dazu einen Handlungsrahmen, eine Prise Dramaturgie und gute Nerven von allen Beteiligten. Vor allem aber benötigen beide ein sehr gut durchdachtes Drehbuch, das am Ende zum erfolgreichen Abschluss führt. Denn ein Bewerbungsprozess ist letztlich nichts anderes als eine Verkaufsverhandlung bei dem zwei Parteien versuchen, sich exzellent zu verkaufen. In diesem Prozess gibt es einen starken Verbündeten: Unsere Stimme. Wie wichtig es ist, ein Recruiting-Drehbuch zu entwickeln und die „Verkaufs“-Akte auch stimmlich gestützt gewinnbringend aufzubauen, zeigt der Stimmcoach für die Wirtschaft Arno Fischbacher.

Stefan Burger sitzt in einem Konferenzraum. Er wartet auf den Beginn seines Bewerbungsgesprächs. Er sieht es gedanklich allerdings eher als ein Sondierungsgespräch. Stefan verfügt über ausgezeichnete akademische Abschlüsse, berufliche Auslandserfahrung und ist in seinem Tätigkeitsbereich sehr gefragt. Heute ist er zu diesem Termin erschienen, um festzustellen, ob das Unternehmen zu ihm passt. Die Tür öffnet sich. Herbert Schmidbauer, Recruiter, betritt den Raum. Er begrüßt Stefan und beginnt einen Monolog über das Unternehmen, über die offiziell bekannten Daten und Fakten, die Ziele und die Mission des Hauses. Er spricht leise, aber sehr schnell. Seine Stimme ist monoton. Sie transportiert keinerlei Emotion oder Begeisterung darüber, selbst ein Teil dieser Organisation zu sein. Er spult den Text ab und geht dann dazu über, Stefan über seinen bisherigen Karriereweg zu befragen. Er stellt die üblichen Standardfragen, sein Sprechrhythmus ändert sich nicht, seine Stimme lässt kein Interesse an den Antworten und der Person ihm gegenüber erkennen. Am Ende des Interviews sagt Schmidbauer eher halbherzig und zögernd, wieder sehr leise: „Haben Sie noch Fragen?“ – „Danke, nein“, antwortet Stefan, steht auf und verabschiedet sich. Er weiß, hier will er nicht arbeiten. Die Stimme des Unternehmens – und nichts weniger war Recruiter Schmidbauer in diesem Moment – konnte ihm eine Zusammenarbeit nicht schmackhaft machen. Die Stimme des Unternehmens hat ihre Macht an diesem Tag nicht genutzt und sich nicht verkauft.

Die Macht der Stimme nutzen

Stimme hat Macht. Stimme wirkt. Sie lässt erkennen, wer wir sind, und legt schonungslos offen, was wir denken und empfinden. Stimme schafft Verbindungen – oder sie trennt. Sobald wir den Mund öffnen, in welcher Situation auch immer, wirken wir durch den individuellen Klang unserer Stimme. Je nachdem, welche Töne wir von uns geben, wirken wir sehr überzeugend oder weniger gut. Unsere Stimme sorgt unbewusst für Sympathie und Überzeugungskraft. Besonders Recruiting-Verantwortliche sollten aus genau diesen Gründen die Macht ihrer eigenen Stimme bewusst kultivieren und einsetzen.

High Potentials wachsen nicht auf Bäumen

In früheren Jahren hatten Unternehmen die Wahl unter vielen ausgezeichneten Bewerbern. Heute bewegt sich das Pendel in eine andere Richtung. Durch den demografischen Wandel haben die High Potentials der neuen Zeit meist die Oberhand. Die Wahl, in welchem Unternehmen sie ihre außergewöhnliche Leistung erbringen wollen, liegt vollständig in ihrem Ermessen. Dabei spielt nicht nur die Höhe des Gehalts eine entscheidende Rolle, sondern viele andere, auch weiche Faktoren, die dieser neuen Generation von Mitarbeitern bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes wichtig sind. Unternehmen sind gut beraten, ihre High Potential-Kandidaten mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu überzeugen. Die Stimme als finales Überzeugungselement spielt in diesem Prozess eine entscheidende Rolle.

Verkaufen Sie Ihr Unternehmen durch Ihre Stimme

Nach einem Drehbuch zu handeln, scheint einigen für den Recruitingprozess vielleicht überflüssig zu sein. Aber im Sinne der bereits erwähnten Dramaturgie ist es ein maßgebliches Requisit. Recruiter Schmidbauer hatte definitiv kein sorgfältig vorbereitetes Drehbuch, und ein junges, vielversprechendes Talent ging dem Unternehmen damit verloren. Interesse und Spannung bauen sich nur langsam auf. Inhaltlich wie stimmlich durch ein Bewerbungsgespräch zu leiern, verhindert diesen Spannungsaufbau. Wer sein Unternehmen den Kandidaten „verkaufen“ will, muss Regisseur und gleichzeitig kluger und kalkulierender Akteur im Gespräch sein. Mit einer geschickten Kombination dieser drei Elemente überwinden Sie die Distanz vom Erstgespräch bis zum erfolgreichen Abschluss:

  1. Klare, zielgerichtete Körpersprache
  2. Sichere, überzeugende Stimme
  3. Evaluierung: Nehmen Sie die Signale Ihres Gegenübers wahr und binden Sie diese in den Kontext Ihrer Gedanken und nächsten Aussagen ein.

Betrachten Sie dabei Ihre Stimme als kostbarstes Instrument, das Sie durch mehr Bewusstsein gezielter einsetzen – und durch kluges Üben im Alltag rasch verfeinern können. Dieser Prozess muss nicht aufwändig sein. Die Arbeit mit kleinen, dauerhaften und sehr effektiven Tools bringt sofortige Resultate.

Starten Sie stark

Jede Kommunikation besteht aus bestimmten Phasen. Das Element, mit dem Sie diesen Kommunikationsprozess am besten und emotionalsten steuern können, ist und bleibt der geheime Verführer Stimme. Mit Ihrer Stimme – dramaturgisch richtig eingesetzt – gelingt es Ihnen, Interesse zu wecken, Begeisterung zu transportieren, Einwänden adäquat zu begegnen und jede Kommunikation nach Ihrem vorher genau konzipierten Drehbuch ablaufen zu lassen. In Ihrem Drehbuch kommt dem Moment des Auftritts, also dem Beginn eines Gesprächs, die höchste Bedeutung zu. Starten Sie stark! Kreieren Sie einen mitreißenden Auftakt, der Ihnen die Aufmerksamkeit Ihres Gegenübers sichert. Gerade in einem Bewerbungsgespräch ist so ein „emotionalen Türöffner“, den Sie unter anderem auch mit Ihrer Stimme unterstreichen, für den ersten Vertrauensaufbau zu Ihrem Gegenüber wichtig. Wie ein Redner auf der Bühne in der ersten Sekunde vom Publikum angenommen oder abgelehnt wird, beurteilen auch unsere Gesprächspartner sehr rasch ob es sich lohnt, sich dem folgenden kommunikativen Austausch voll und ganz „hinzugeben“. Ebenso sollte der Schlussakkord am Ende des Gesprächs mit seiner Überzeugungskraft bei Ihrem Gegenüber eine finale Verbindlichkeit erzeugen. Ihre High Potential-Kandidaten müssen nach dem Erstgespräch so überzeugt sein, dass sie auf jeden Fall für eine zweite Gesprächsrunde zur Verfügung stehen. Lassen Sie also den geheimen Verführer Stimme immer bewusst mitspielen! Im Grunde geht es stets um dasselbe: Den gelungenen Einstieg, der die Tonalität des gesamten Gesprächs festlegt und um den starken Ausstieg, der eine Verbindlichkeit, ein Abkommen, erzeugt. Dazwischen haben Sie die Aufgabe, den Kommunikationsablauf entsprechend zu „beeinflussen“ und zu steuern, damit die gewünschte finale Verbindlichkeit auch sicher zustande kommt.

Der Wert der „Corporate Voice“

Unternehmen investieren hohe Summen in ihr Corporate Design und ihren gesamten Außenauftritt. Die akustische Corporate Identity als Teil des Markenbewusstseins wird meist vernachlässigt. Dabei kann die Stimme Unternehmenswerte steigern! Sind sich Unternehmen des Ausmaßes der Bedeutung der Stimme bewusst? Das Stimmpotenzial und die stimmliche Überzeugungskraft der Mitarbeiter sind maßgeblich an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung einer Organisation beteiligt. Produktivität,
Ergebnisse und dadurch, direkt gesagt, sehr viel Geld gehen verloren, weil jemand im alles entscheidenden Moment mit stimmlicher Performance nicht überzeugt, dadurch einen Auftrag nicht hereinholt oder während eines Recruitinggesprächs nicht überzeugt. Das zeigte das eingangs erwähnte Beispiel markant auf. Dies wissend, ist es wohl für alle Unternehmen an der Zeit, sich intensiver mit der Stimme auseinanderzusetzen und diese zu Ihrem größten Verbündeten auf dem Weg zu noch mehr Erfolg zu machen. Kaum ein Training zeigt schnelleren Erfolg als das Arbeiten mit der Stimme. Eine trainierte Stimme ist zudem ein Marketinginstrument, das Unternehmen gratis rund um die Uhr zur Verfügung steht – wenn Führungskräfte dies rechtzeitig erkennen und den Faktor Stimme fix in die Trainings Ihrer Mitarbeiter integrieren. Voice sells! Erst durch die Sprache der Mitarbeiter erhält die Unternehmenskultur ihre ganz bestimmte, nur Ihr Unternehmen ausmachende Klangfarbe und schwingt durch alle Etagen, von der Telefonzentrale bis zum CEO. Sie steigert die Motivation und gibt der Leistung einen Klang der Freude. Erfolgreiche Unternehmen fügen heute ihrer Corporate Identity den Aspekt Stimme hinzu. Sie kreieren ihre eigene „Corporate Voice“. Lassen Sie nicht zu, dass Bewerber vom Kaliber eines Stefan Burger Ihr Unternehmen verlassen, bevor Sie zeigen können wie großartig Sie als Arbeitgeber sind. Überzeugen Sie vom ersten Moment an! Auch und mit Ihrer Unternehmensstimme. Erzeugen Sie durch Ihre ganz eigene, unverwechselbare Unternehmensstimme, Ihre „Corporate Voice“, den Sog, der Junior und Senior Talente automatisch in Richtung Ihres Unternehmens schwemmt. Sorgen Sie dafür, dass jede einzelne Stimme, die in Ihrer Organisation ertönt, die Menschen mitreißt und sie einlädt, zu verweilen. Um mit Ihnen gemeinsam Großes zu erreichen.


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Arno Fischbacher

Arno Fischbacher

Stimmcoach
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