Starke Marke Starke Wirkung

Rein in die Medien und ran an den Auftrag

Starke Marke Starke Wirkung

Rein in die Medien und ran an den Auftrag

In unserer vernetzten Gesellschaft gilt stärker als je zuvor: Wer nicht auffällt in gesättigten Märkten, nicht von sich reden macht und nicht präsent ist in den Medien, findet nicht statt. Wer kein Typ ist und damit nicht als echte Persönlichkeit wahrgenommen wird, geht schlicht unter im Meer vorhandener Angebote, Ideen und Konzepte. Wie können Trainer, Speaker, Coaches und Selbständige ihre Botschaften wirksam senden und als individuelle Marke platzieren? Dies beantwortet im ersten von zwei Teilen der Selbstinszenierungs-Experte Falk S. Al-Omary.
Teil 1 von 2

Für die meisten Menschen, die in den Berufsumfeldern Weiterbildung, Training und Beratung tätig sind, gilt: Sie alle müssen als Person zur unverwechselbaren Marke werden, um Expertise zu verkörpern, Kunden anzuziehen und interessant zu sein für Menschen, Märkte und Medien. Der Weg zur eigenen Markenpersönlichkeit führt über die konsequente Positionierung.

Erfolg braucht Persönlichkeit

Wer sich klar positioniert, wird wahrgenommen, kann
weitgehend selbst das eigene Renommee bestimmen, bekommt potentiell mehr Aufträge und in der Konsequenz auch höhere Honorare. Eine starke und vor allem wahrhaftige Positionierung kann nur über die konsequente Entwicklung, Umsetzung und Kultivierung dessen gelingen, was eine Person auf glaubhafte Weise unverwechselbar und anziehend macht: das eigene Wesen, das eigene Sein mit allem, was dazugehört. Eine starke Positionierung basiert auf der eigenen Identität. Nur wer sich selbst mit dem, was er wirklich ist, darstellt, kann auch die gewünschten Ergebnisse erzielen: Raus aus der Beliebigkeit, rein in die Medien, ran an den Auftrag.

Was macht eine kluge Positionierung aus?

Positionierung ist zum Modewort verkommen. Immer mehr vermeintliche Experten bieten an, andere bei der eigenen Positionierung zu unterstützen. Die allermeisten Positionierer springen dabei aber viel zu kurz, laufen Trends hinterher und schauen vor allem danach, wie sich jemand von anderen vermeintlichen Wettbewerbern abgrenzen kann. Klar ist, wer sich nicht deutlich und konsequent positioniert, darf sich nicht wundern, wenn Marketingaktionen ins Leere laufen und Buchungen ausbleiben. Was aber macht eine gute Positionierung aus, wenn nicht die Abgrenzung von anderen? Und, fast noch wichtiger, was ist Positionierung nicht? Eine Positionierung ist nichts, das man sich aufsetzen oder anziehen könnte, wie einen schlecht sitzenden Anzug. Positionierung ist mehr als das Polieren der Fassade, der Aufbau eines Images. Sie geschieht vielmehr von innen heraus, auf Basis einer tiefen Innenschau, der kritischen Analyse des eigenen Seins, der persönlichen Stärken und Schwächen, der inneren und äußeren Antreiber. Eine Positionierung ist eine tiefgreifende Entscheidung, die nicht nur für andere kurzfristig sichtbar auf der Bühne, in Kongresssälen oder bei Meetings stattfindet, sondern in jedem einzelnen Lebensbereich – sowohl beruflich als auch privat. Nur derjenige, der seine Positionierung an seinen ureigenen Glaubenssätzen und Werten ausrichtet und dabei mit sich selbst im Reinen ist, wird seine Position in allen Bereichen vertreten und behaupten können. Und dies nicht nur auf der Bühne der großen oder kleinen Öffentlichkeit, sondern auch auf der weitaus relevanteren Bühne des Lebens und des unternehmerischen Erfolgs.

»Positionierung ist mehr als das Polieren der Fassade und der Aufbau eines Images.«

Eine Positionierung ist deswegen weitaus mehr als eine schicke Website, ein nettes Logo oder eine in Textform gegossene Werbeaussage. Nur, wer mit seiner gesamten Persönlichkeit zu 100 Prozent hinter sich, seiner Mission sowie seiner gefundenen Positionierung steht, diese lebt und nicht nur sporadisch zur Schau stellt, wird Menschen anziehen können, die seiner Botschaft folgen. Das ist die Basis einer starken Personen-Marke, die präsentiert, was sie ist und mehr bietet als schönen Schein.

Es geht bei einer Positionierung, die zumeist mit einer Themenfindung oder einer Beschreibung der eigenen Expertise einhergeht, eben nicht darum, eine thematisch dünn besetzte Nische auszumachen und in dieser zu wachsen. Es geht vielmehr darum, mit der persönlichen, selbst gewählten, zur Identität und zur eigenen Vita passenden Botschaft Erfolg zu haben – und zwar unabhängig davon, wer in der gleichen Branche eventuell dieselben Themen besetzt oder vertritt. Erfolgreich positionierte Persönlichkeiten beanspruchen den Expertenstatus auf dem gewählten Gebiet für sich – ganz gleich, um welches Gebiet es sich handelt und wie viele Wettbewerber in der gleichen Branche unterwegs sind. Weil sie durch die eigene Persönlichkeit und die Art, wie sie ihre Botschaft vertreten, per se einzigartig und unvergleichlich sind. Wer sich derart positioniert, sich selbst erkennt und aus seiner Mission seine Themen ableitet, hat sich bereits erfolgreich von anderen abgrenzt. Eine derart gewonnene Positionierung dient zugleich als innerer Kompass, als Leitfaden, der zur klaren Grundlage für jede zu treffende Entscheidung wird: Welche Partner und Mitarbeiter sind die richtigen für mich? Welche Investition ist sinnvoll? Welche Vereine und Berufsverbände? Welcher Lebensstil? Welches soziale oder gesellschaftliche Engagement? Welche aktuellen Anlässe sind es wert, sich dazu zu äußern?

»Positionierung ist zum Modewort verkommen. Immer mehr vermeintliche Experten bieten an, andere bei der eigenen Positionierung zu unterstützen.«

Jede kaufmännische, inhaltliche, strategische und taktische Entscheidung wird leichter, klarer und vor allem für sich selbst und andere begründbarer, wenn die Positionierung auf der Eindeutigkeit der eigenen Identität fußt. Sich zu positionieren bedeutet, über sein Leben und sein Business zu entscheiden. Nicht mehr und nicht weniger. Jede andere Art der Positionierung ist nur Arbeit am Image, ein Nachjagen nach Moden und Trends – kurzlebig, nicht nachhaltig und letzten Endes nicht glaubwürdig. Es ist die Frage, ob man andere zum Maßstab machen möchte, sich deren Erwartungen und Ansprüchen anpasst und sich letztlich zum Sklaven des Marktes oder der Branche macht oder ob man seinen Erfolg selbst in die Hand nehmen möchte.

Von der Positionierung zur Marke, mit der Marke zur Wirkung

Wer über eine derartige Positionierung verfügt, kann auch seine Markenpersönlichkeit entsprechend aufbauen. Die Selbstinszenierung – auf allen Kanälen – kann beginnen und fällt mit dem schon erwähnten inneren Kompass, den die Positionierung mit sich bringt, entsprechend leichter. Auch die Medien lieben Typen, echte Persönlichkeiten, die etwas zu sagen haben und abweichen vom Mainstream. Interessant ist eben nicht der, der sagt, was alle sagen, sondern glaubhaft seine eigene Meinung vertritt, „sein Ding“ macht und schon allein damit Charakter und Persönlichkeit beweist. Das darf, muss vielleicht sogar etwas provokant sein, anecken und Grenzen austesten. Das soll nicht bedeuten, dass zwanghaft jedes gesellschaftliche und mediale Commitment über Bord geworfen werden soll. Provokation ist kein Selbstzweck. Aber die Konsequenz des eigenen Handelns, das Leben und Präsentieren der eigenen Positionierung in allen Facetten helfen durchaus, von Medien und Multiplikatoren beachtet zu werden. Umso mehr in einer Zeit, in der eine eigene Position zum Luxus geworden zu sein scheint.

Und das ist viel mehr als die oft zitierte Aufforderung, man möge doch authentisch sein. Das, was uns die übliche Management- und Ratgeberliteratur als Authentizität verschreibt, ist in Wahrheit meist nicht mehr als Mainstream-Anpassung mit pseudo-individueller Note. Erfolgreiche Menschen können es sich in diesem profanen Sinne nicht leisten, authentisch zu sein. Sie müssen vielmehr sie selbst sein und ihr Inneres kultiviert nach außen transportieren – jenseits dessen, was aktuell gewünscht und erwartet wird. Diese Konsequenz zeichnet wahre Marken aus. Marken, die auch medial stattfinden, die als Interviewpartner gern eingeladen werden, weil sie für etwas stehen und fast wie selbstverständlich eine Art Meinungsführerschaft für sich beanspruchen.

ZT-Autor

Falk S. Al-Omary

Der Namen-Macher
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