Profiler-Tipps gegen unfaire Tricks

Blender und Trickser erkennen, meiden und nebenbei ein gutes Leben führen!

Profiler-Tipps gegen unfaire Tricks

Blender und Trickser erkennen, meiden und nebenbei ein gutes Leben führen!

Irgendwann im Leben geht jeder einmal einem Trickser auf den Leim. Doch woran erkennt man, wer es nicht gut mit einem meint? Wie reagiert man vernünftig, ohne sich „geschlagen zu geben“? Wie kann man vermeiden, dass so etwas noch einmal passiert? Einige Beispiele und Tipps zeigen, wie man Tricksersicher durch den (Arbeits-)Alltag kommt.

Jetzt, da endlich der Sommer beginnt, habe ich eine wichtige Frage an Sie: „Was ist Ihr Weihnachtsfilm?“ Ja, im Ernst. Gehören Sie eher der Fraktion „Der kleine Lord“ oder „Aschenbrödel“ an? Welchen Film sehen Sie traditionell an Weihnachten? Wir gucken „Stirb langsam“ – jedes Jahr, mehrfach…ich kann schon mitsprechen – alle fünf Teile!

Was das jetzt soll? Ich merke schon, Sie können eben nicht mitsprechen ;-), also werde ich zitieren: „Die gleiche Scheiße passiert dem gleichen Mann zum zweiten Mal…“ flucht Bruce Willis als John McClane in Stirb langsam 2 und kriecht in das Rohr, um seinen Feinden ordentlich eins überzuziehen. Und während Bruce Willis flucht und kämpft, räkeln wir uns wohlig auf dem Sofa in der Gewissheit, dass der Gute gewinnt.

Im echten Leben ist das leider anders. Klar, es sind die Netten, die aufs Kreuz gelegt werden. Und heimlich würden die den Idioten auch ordentlich eins drüber ziehen, so wie Bruce Willis. Aber machen die das auch? Warum eigentlich nicht? Tja, hier kommt ein Naturgesetz im Umgang mit Tricksern: Trickser arbeiten mit Ihren Tugenden und Ihrer guten Erziehung. Um genau zu sein, verlassen sich Trickser darauf, dass Sie Ihre gute Erziehung nicht aufgeben, nur um den Trickser dingfest zu machen. Ganz ehrlich. Ist es nicht so, dass wir gern mal einem fiesen Typen ordentlich eins draufgeben wollen? Aber dann kommt im Kopf der Elternfunk dazwischen und wir finden, dass wir uns nicht auf dieses Niveau herab begeben wollen. Hm. Da ist ein Denkfehler!

Kommen Sie mit mir auf eine kleine Reise: Wir zwei verreisen. Für ein paar Tage geht es nach… irgendwo in Asien. Wie wäre es mit China? Wissen Sie, was das bedeutet? Nein, nicht politisch, sondern ganz praktisch: Wir zwei sind dort Analphabeten. Wir verstehen nichts und niemanden. Können kein Schild entziffern. Und nun? Wir werden wohl versuchen, uns verständlich zu machen. Dabei stellen wir schnell fest, dass das mit Deutsch und Englisch – den Sprachen, die wir sprechen – nicht gelingt. Klar, man lächelt uns nett an, aber wir bekommen nicht, was wir wollen. Und nun? Begreifen wir, dass wir deren Sprache sprechen müssen? Liegt doch auf der Hand, oder? Also werden wir uns mit unserer Übersetzer-App und Händen und Füßen lächerlich machen, aber Essen und Hotel organisieren. Na, also. Geht doch!

Wenn es aber um den Umgang mit fiesen Typen geht, da werden wir weniger pragmatisch. Typischerweise wird Bambi in seiner Blümchensprache mit dem Biest reden. Bambi redet dann meistens vom Verstehen und vom Vertragen. Das versteht das Biest aber entweder gar nicht oder als untergebenes Gejammer, also als nicht beachtenswert. Wenn sich Bambi also nachhaltig verständlich machen will, dann wird das wohl nur in der Sprache des Biestes gehen. Logisch? Logisch! Und doch, wird Bambi typischerweise jetzt sagen, dass es sich nicht auf dieses niedere Niveau herab begeben möchte. Und überhaupt, wohin wird die Gesellschaft abgleiten, wenn sich jeder so benimmt?

„Nein! – und damit fertig. Das ist der beste Weg eine Situation zu stoppen, in der Sie sich verfranzt haben.“

Nun mal ehrlich, das ist ein hilfloser Versuch, sich in der Unterlegenheitsposition als überlegen zu fühlen. Gewonnen ist für das Bambi damit nichts. Für das Biest aber alles, frei nach dem Motto: Dreist gewinnt!

Als Übersetzerin der Sprache von Biestern, Tricksern und Tyrannen möchte ich Sie das wichtigste Überlebenswort lehren. Es lautet: »Nein!« und ist von keinen weiteren phonetischen Klängen begleitet, sprich: Nein! – und damit fertig. Das ist der beste Weg eine Situation zu stoppen, in der Sie sich verfranzt haben.

Wie aber navigieren Sie sicher durch unzivilisiertes Gebiet? Sie brauchen eine Landkarte für die Typen der Trickser und deren Taten. Trickser sind gar nicht so leicht zu durchschauen. Es gibt sie in alle Farben, Formen und mit allerlei Fähigkeiten. Zur Grobsortierung reicht allerdings die einfache Unterscheidung in Amateure und Profis.

Der Amateur wird verhältnismäßig trampelig und aggressiv vorgehen. Er will unbedingt beweisen, dass er ein Raubtier ist. Doch anstatt sich auf sanften Sohlen anzuschleichen, wird er laut brüllend auf sich aufmerksam machen, nach dem narzisstischen Motto: „Siehst du mich? Siehst du mich wirklich?“ Dieser Typ ist mehr damit beschäftigt, sich als Beutejäger zu präsentieren, als echte Beute zu machen. Das bedeutet: Punktabzug für den Grobmotoriker! Und für Sie: Entspannen Sie sich!

Ein kleines Beispiel aus dem echten Leben: Nicht selten fragen mich Frauen in Führungspositionen, wie sie souverän auf sexistische Anspielungen reagieren sollten. Sie fühlen sich überfordert. Wollen nicht als Sensibelchen dastehen und fragen sich: Was sagen? – Regel Nummer 1: Es geht in erster Linie darum, was Ihr Körper spricht, nicht was Ihr Mund spricht. Die Körpersprache entscheidet in solchen Situationen – also gelebte Souveränität. Dazu gilt es zuerst einmal einen klaren Kopf zu behalten und sich an eine wichtige Erkenntnis zu erinnern. Schopenhauer wusste schon; wenn jemand ad rem (in der Sache) nicht weiter weiß, dann zielt er ad hominem (auf die Person), wird also beleidigend. Wenn ich diese Erkenntnis erinnere, dann weiß ich, dass ich Oberwasser habe. Ich muss also gar nicht reagieren – verbal. Ein wissendes Lächeln reicht. Wenn das nicht Ihr Ding ist, dann dürfen Sie gern auch mitleidig seufzen. Oder sind Sie der Augenverdreher-Typ? Auch erlaubt.

Nun aber zu den echten Profis, den Berufs-Tricksern. Diese sind nett und damit brandgefährlich. Diese Trickser werden sich nicht als das Raubtier präsentieren, das sie sind. Sie haben eine ganz andere Masche der Manipulation bis zur Meisterschaft gebracht: das »Fluchttier-Flüstern«!
Ein Meistermanipulator wird Sie behandeln wie ein Fluchttier und mit dem Join-Up arbeiten. Und schon kommen wir zu ihren Taten. Die sind bei Tricksern schnell zusammengefasst, denn alle arbeiten in drei pragmatischen Schritten: abchecken, ausnutzen, abhauen.

Abchecken
Ein Trickser pirscht sich im Verborgenen an, wie eine Raubkatze. Das Opfer ist schon lange entdeckt und abgecheckt, bevor es den Trickser wahrnimmt. Und nicht selten ist es für die Beute dann auch schon zu spät. Mit raubtierhaftem Instinkt werden die Schwachstellen des Opfers aufgespürt. Der Trickser wartet und bewirkt, dass es müde wird. Erst dann erfolgt der eigentliche Angriff.

Ein direkteres Vorgehen würde Opfern und Beobachtern ermöglichen, die wahre Absicht zu erkennen. Die indirekten Techniken aber destabilisieren und verleiten das Opfer zu glauben, dass das, was sich da tatsächlich abspielt, nicht sein kann, unwirklich ist. Denn die Aggression (der Beutezug) geschieht ohne großes Aufsehen. Worauf es dem Trickser ankommt, ist die Verwirrung des Opfers. Ein verwirrtes Beutetier ist ein unkoordiniertes Beutetier, ist ein desorientiertes Beutetier — ist leichte Beute.

Ausnutzen
In dieser zweiten Phasen, der Hauptphase, werden Sie zuerst emotional angefixt. Sie werden so neugierig gemacht und so mit Nettigkeiten eingedeckt, dass Sie sich in diesen Trickser geradezu verlieben. So wie eine Mücke beim Stich betäubt, betäubt der Trickser Ihre Wachsamkeit und Ihren gesunden Menschenverstand mit Liebenswürdigkeiten. Sobald Sie nicht mehr Sie selbst sind, erfolgt sein Zugriff.

Der Trickser wird dann so viel aus seinem Opfer herausholen, wie herauszuholen ist: Zeit, Geld, Wissen, Karriere, Status,… Die Liste ist unendlich.

Es geht darum, dass diesen Tricksern das Handwerk gelegt wird. Das braucht schon mal beherztes Eingreifen und dazu benötigen Sie auch drei pragmatische Schritte: Analyse, Versenkung, Zugriff.

Abhauen
Wenn das ausgelaugte Opfer nicht mehr „rentabel“ genug ist, entledigt der Trickser sich seiner ohne die geringste Gemütsbewegung. Er wird Sie fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Oft wird den Opfern von Tricksern erst jetzt klar, was wirklich geschah.

Und warum? — Nur für den Kick, für den Augenblick! Das Ziel des Tricksers ist es, zur Macht zu gelangen und sich dann dort zu halten — egal mit welchen Mitteln. Es sollen Unfähigkeiten verschleiert, Status erhalten und Erfolge gesichert werden. Und dazu wird sich der Trickser alle möglichen Opfer als „Bauern“ gefügig machen und jeden potenziellen Kritiker ausschalten.

Kennen Sie den Spruch: „Es sind immer zwei beteiligt.“? Ich mag diesen Spruch nicht, es klingt so, als wäre das Opfer mit Schuld oder verantwortlich dafür, was ihm angetan wurde. Das ist nicht der Fall. Und es ist auch nicht der Fall, dass nur naive oder unaufmerksame Personen von Tricksern ausgenutzt werden. Bedenken Sie, dass ein Trickser von einem klugen und potenten Opfer weit mehr profitiert. Und auch wenn Sie sich im Nachhinein wundern: „Wie konnte mir das denn nur passieren? Wie konnte ich denn nur so auf den Typ hereinfallen?“ Dann seien Sie mit sich selbst fair und halten Sie sich zugute, dass Sie wahrscheinlich nicht auf der Schule der Boshaftigkeiten gelernt haben.

Aber was jetzt? Mit gleicher Münze heimzahlen? Nein! Mit gleicher Wucht stoppen! Hier sind wir wieder bei meinem Weihnachtsfilm und John McClain. Es geht darum, dass diesen Tricksern das Handwerk gelegt wird. Das braucht schon mal beherztes Eingreifen und dazu benötigen Sie auch drei pragmatische Schritte: Analyse, Versenkung, Zugriff.

Analyse
Evaluation vor Intervention! Analysieren Sie genau, was da vor sich geht, bevor Sie Ihre Intervention planen. Vorsicht vor dem Phänomen „Lucky Luke“, sprich schneller zu reagieren, als Sie denken können. Glauben Sie nichts ungeprüft. Bleiben Sie wach und kritisch, achten Sie auf Brüche in der Silhouette.

Versenkung
Sie versenken nicht gleich den Trickser, sondern sich in sich und Ihre Fähigkeiten. Das Prinzip heißt: mind like water. Sie kommen aus solchen Verrückheiten nur mit einem klaren Kopf heraus. Das bedeutet, Sie müssen wieder zu Ihrer Mitte finden und bei sich bleiben. Damit entziehen Sie sich dem emotionalen Zugriff des Tricksers.

Zugriff
Wenn Sie gut vorbereitet sind und wieder gut zu sich selbst gefunden haben, dann zerren Sie die Untaten einfach nur ans Licht, mehr braucht es nicht. Den Rest erledigt die Gesellschaft.

Und dann? Dann ist es Zeit für die Rache. Mein Rat: Die beste Rache, die Sie gegen einen Trickser anwenden können ist, ein gutes, freudvolles und von Freunden umgebenes Leben zu leben!


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Suzanne Grieger-Langer

Profilerin
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