Global Leadership mit Herz und Verstand

Durch persönliche Strahlkraft (fremde) Welten bewegen

Global Leadership mit Herz und Verstand

Durch persönliche Strahlkraft (fremde) Welten bewegen

Auf globalen Märkten so sicher zu agieren wie im gewohnten Umfeld, beherrscht nicht jeder. Doch die Fähigkeiten, die man braucht, um weltweit erfolgreich Projekte umzusetzen, kann jeder erlernen. Auf die innere Stimme zu hören und aus dem Herzen zu sprechen, sind die Schlüsselfaktoren für globalen Erfolg. Doch diese scheinbar einfachsten Dinge zu kultivieren, ist im Alltag nicht so leicht umzusetzen. Wie der Weg zurück zur eigenen Intuition aussehen kann, verrät der Experte für Global Leadership Andreas Dudas.

Bangkok 2010. Ich sitze alleine und niedergeschlagen in einem riesigen Sitzungsraum. Drei Tage lang habe ich versucht, einen Joint Venture vor dem Untergang zu bewahren. Ich bin gescheitert. Kurz zuvor war ich noch guter Dinge und hatte trotz der aussichtslos scheinenden Situation an den Erfolg geglaubt. Meine Aufgabe: Als Vermittler einen der größten Bauunternehmer aus Malaysia und ein Energieunternehmen aus Thailand wieder zusammenzuschmieden. Beide hatten sich zu dem Joint Venture zusammengeschlossen, um ein großes Wasserkraftwerk in Laos zu bauen. Egoistische Ziele, Mangel an Zusammenarbeit, Stillschweigen über wichtige Tatsachen und religiöse Differenzen hatten jedoch in einem riesigen Streit geendet. Es ging um hohen Gesichtsverlust und viel Geld.

Alles wie immer, aber…

Ich zwang mich zur Selbstreflexion. Dies war nicht meine erste Herausforderung in einem interkulturellen Kontext. Ich wusste: Im Prinzip ist immer alles möglich und nichts verloren. Was hatte ich als Gesamtprojektleiter und Mediator falsch gemacht? Wie hätte ich anders vorgehen können? Vor rund 10 Jahren konnte ich einen meiner großen Träume realisieren: in exotischen Ländern zu arbeiten. Meine abenteuerliche Reise führte mich als erstes nach Indien, wo ich es schaffte, ein Unternehmen nahe dem Abgrund wieder zum Marktführer zu machen. Auch in Vietnam, Myanmar, im Iran, Laos, Pakistan und in vielen anderen Länder holte ich Projekte unter abenteuerlichen Umständen aus Krisen und bereinigte scheinbar unlösbare Konflikte. Bei all diesen Herausforderungen stürzte ich mich immer wieder in neue Situationen. Völlig unvorbereitet, ohne Kenntnisse von Land und Leuten, ohne Crash-Kurs in interkultureller Kommunikation. Und in jenem Sitzungsraum in Bangkok wird mir klar: Wie schon so oft in der Vergangenheit hätte mich auch dieses Mal kein Training und kein Coaching dieser Welt auf das vorbereiten können, was ich antraf. Es war also alles wie immer. Trotzdem, es hatte dieses Mal nicht funktioniert. Warum?

»Im Prinzip ist immer alles möglich und nichts verloren.«

Angst im Kopf lähmt – Herz führt zum Erfolg

Erst viele gedanklich intensive Stunden später erkenne ich den Grund meines Scheiterns: Ich hatte den wichtigsten Grundsatz bei solchen Projekten vernachlässigt. Den, der mir in der Vergangenheit stets geholfen hatte, Milliardenprojekte und Unternehmen in exotischen Märkten zur Nummer eins zu machen. Ich hatte nicht mehr auf mein Herz gehört! Hatte mich energetisch in den Sog von Manipulation und Fremdbestimmung der beiden Parteien ziehen lassen. Aus reiner Angst. Angst, zu versagen. Angst, den Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Und vor allem Angst, Menschen in einer mir unbekannten Kultur mit harten Konsequenzen zu konfrontieren. Diese Angst unterbrach meinen positiven Energiefluss und meine innere Strahlkraft erlosch. Diese Angst lähmte mich und meine Intuition und brachte so das gesamte Projekt zum Erliegen.

Wertschätzung, Vertrauen, Begeisterung – trotz fremder Umgebung

Was für eine Einsicht. Was für eine Lektion. Gerade diese Situation brachte mir wieder das Bewusstsein, dass der gemeinsame globale Nenner für den Erfolg in fremden Kulturen drei wesentliche Dinge umfasst:

1. Das verlorene Vertrauen in andere sowie in sich selbst wieder herzustellen

2. Wertschätzung für Andersartigkeit zu entwickeln

3. Menschen trotz größter Hindernisse und Widerstände für eine Sache zu begeistern

Das klingt einfacher, als es ist. Aber alles, was wir dazu brauchen, ist eine erhöhte Wahrnehmung. Sich in ständiger Selbstreflexion zu üben und ein Höchstmaß an Glaubwürdigkeit auszustrahlen, fällt uns in fremden Kulturen um ein Vielfaches schwerer als zu Hause. Was wir als Führungskraft zu Hause schon nicht gut können, gelingt uns in der Ferne erst recht nicht.

»Oft tun wir in vorauseilendem Gehorsam das, was andere von uns erwarten, nur um Lob zu erhalten.«

Unsere Einzigartigkeit und Echtheit leben

Seien wir uns bewusst: Wir können nur das geben, was wir bereits besitzen. Doch viele suchen immer im Außen nach Lösungen, geben stets anderen die Schuld. Top-Manager, die global agieren und argumentieren: „Mit denen da in Indien kannst du nicht arbeiten“ oder „Nur wir aus dem Westen bringen den Schwellenländern die Entwicklung“ müssen sich nicht wundern, wenn sie kläglich versagen. Menschen, die so denken und kommunizieren, zeigen nur, dass sie sich selbst nicht wertschätzen. Und wer sich selbst nicht schätzt, kann dies auch nicht nach außen tragen als Katalysator, um in einer globalisierten Welt erfolgreich mit der Andersartigkeit umzugehen. Doch wie eignen wir uns diese Wertschätzung an? Sie ist nichts anderes als der Ausdruck für den Mut, unsere Echtheit zu leben. Der größte Engpass dabei sind unsere Ängste, nicht anerkannt zu werden. Oft tun wir in vorauseilendem Gehorsam das, was andere von uns erwarten, nur um Lob zu erhalten. Das ist der definitiv falsche Weg. Was funktioniert, ist folgendes Erfolgsprinzip: Der globale Nenner „Wertschätzung für die Andersartigkeit durch den Mut, seine Echtheit aus dem Herzen zu leben.“

Nur wer von innen strahlt, bringt andere zum Leuchten.

Wer selber strahlt, kann dieses Strahlen in anderen ebenfalls auslösen und damit Welten bewegen. Authentische Menschen mit Strahlkraft erzielen in 4 wesentlichen Bereichen mit der Integrität des Herzens große Wirkung:

Sie haben die Sinnfrage ihres Seins geklärt, kennen ihre Werte und suchen sich die Umgebung, in welcher sie diese leben können.

Sie kennen ihre Stärken und Schwächen und haben den Mut, ihre Persönlichkeit zu leben.

Sie haben die Courage, offen ihre Meinung zu sagen und Feedback zu geben, bei gleichzeitiger Wertschätzung der Verschiedenartigkeit.

Sie formen keine opportunistischen Seilschaften, sondern nachhaltige Beziehungen mit Menschen.

Gleichung
Was man im Herzen fühlt, muss mit dem, was man sagt und tut, übereinstimmen.

Folgt man einer einfachen Formel, so ergibt sich: Was man im Herzen fühlt, muss mit dem, was man sagt und tut, übereinstimmen. Es ergibt sich die Gleichung auf der rechten Seite.

Stellen sie sich als globaler Leader nun folgende Fragen:

1. Folge ich in den 4 obigen Bereichen meinem Herzen?

2. Wenn Nein, warum nicht ? Liegt es an falschen Glaubenssätzen oder Ängsten? Oder muss ich anders handeln und kommunizieren, um der Integrität zu folgen?

3. Möchte ich wirklich etwas ändern? Wenn Ja: An welcher Stelle der Formel muss ich arbeiten?

4. Muss ich falsche Glaubenssätze aufgeben, mehr Mut entwickeln (Ängste abbauen) oder mir zuerst über meine wahren Werte oder Berufung bewusst werden?

Ultimativer Erfolg durch Strahlkraft

Menschen, die echt sind und dadurch echt agieren, entfalten eine immense persönliche Strahlkraft. Sie begeistern, sie reißen mit und werden von anderen trotz ihrer Ecken und Kanten als glaubwürdig und berechenbar wahrgenommen. Sie bewegen sich nicht nur erfolgreich auf dem internationalen Parkett, sondern machen global einen echten Impact, denn sie tragen den Geist der Wertschätzung in die Welt hinaus und bauen zukunftsfähige und erfolgreiche Geschäftsmodelle für ihre Unternehmen. Denn nur wer im Einklang mit Natur und Mensch arbeitet, wird im 21. Jahrhundert den nachhaltigen globalen Erfolg ernten und Mehrwert für alle schaffen. Das ist meine persönliche Definition von Global Leadership: „Menschen, die ungeachtet mentaler und geografischer Grenzen andere mitreißen und eindrückliche Spuren hinterlassen, wo immer sie sich bewegen.“

»Meine persönliche Definition von Global Leadership: »Menschen, die ungeachtet mentaler und geografischer Grenzen andere mitreißen und eindrückliche Spuren hinterlassen, wo immer sie sich bewegen.«

Wie ging es weiter?

Zurück nach Bangkok: Ich widerstehe dem Impuls, abzureisen und das Projekt als definitiv gescheitert zu deklarieren. Ich besinne mich auf die erwähnte Formel und beginne wieder, aus dem Herzen zu agieren. Mein inneres
Commitment steigt dadurch sofort. Ich lade alle Beteiligten noch einmal an einen Tisch. Mein Eröffnungsplädoyer ist nicht mehr von Angst, sondern von Zuversicht und Vertrauen geprägt. Ich spreche direkt aus meinem Inneren, lege meine tiefe Überzeugung dar, wie positiv und wichtig das Wasserkraftwerk für die Menschen in Laos ist. Wie es deren Alltag verbessern kann. Dann legen wir die Spielregeln fest.

1. Jeder darf und soll über seine Gefühle sprechen.

2. Keine gegenseitigen Vorwürfe.
Wer es dennoch nicht sein lassen kann, bezahlt 5 Dollar in einen gemeinsamen Topf.

3. Eine gemeinsame Vision entwickeln.
Alle unterschreiben das Flipchart mit den Spielregeln.

Nach den üblichen Anfangsscharmützeln finden wir endlich zur gemeinsamen Vision: Nicht der Bau eines gigantischen Projekts, sondern die Produktion von Energie für einige der ärmsten Menschen der Welt steht im Fokus. Die Beschreibung dieser Vision dreht die Schwingung der Verhandlung, wir diskutieren konstruktiv und ziehen wieder an einem Strang. Wir haben plötzlich ein gemeinsames, übergeordnetes Ziel. Nach 12 Stunden dann strahlende Gesichter. Ein Neustart ist gelungen; die beiden Unternehmen einigen sich nun rasch über die weitere Vorgangsweise. Der Bau kann beginnen. Wieder einmal ist mir klar geworden: Wer als globaler Leader Welten bewegen will, hat nur eine Option: Den Mut, die eigene Strahlkraft zu entfalten, um andere zum Leuchten zu bringen.


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Experte für Leadership und Global Transformation

Andreas Dudas

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