Die Innovationsmacher

Neu­es Den­ken für HR und Trai­ner

Die Innovationsmacher

Neu­es Den­ken für HR und Trai­ner

 Gutes Personalmanagement ist das A und O eines jeden Unternehmens, gerade vor dem Hintergrund eines steigenden Innovations- und Flexibilitätsdrucks auf den Märkten. Dennoch werden hier die treibenden Faktoren wie Entwicklung von Kreativität und Ideen oft vernachlässigt und entsprechende Methoden nicht umgesetzt. Ein Fehler, denn nur wer kreatives Denken und Selbstverantwortung des Teams fördert, investiert auch in die Zukunft. 

Der technologische Fortschritt hat die Märkte in vielen Branchen stark verändert. In kurzer Zeit können kleine agile Start-Ups auch große Konzerne mit radikalen Innovationen in Bedrängnis bringen. Diese Situation hat die Wahrnehmung der Dringlichkeit von innovationsfördernden Maßnahmen in vielen Unternehmen stark erhöht.  

Deutlich ist auch geworden, dass es nicht mehr ausreicht, nur die Abteilung F&E (Forschung & Entwicklung) oder das Marketing mit kreativen Köpfen auszustatten, denn der Erfolg von innovativen Unternehmen wie Facebook oder Google basiert auch darauf, dass nahezu jeder Mitarbeiter mit eigenen Ideen zum Erfolg beitragen kann. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Entwicklung einer leistungsfähigen Innovationskultur immer häufiger ganz oben auf der To- Do-Liste des Top-Managements von Unternehmen steht. 

Notwendiger Rollenwechsel für Personaler

In vielen Unternehmen ist die HR (Human Resources-Abteilung/ dt. Personalmanagement) zum reinen Dienstleister geworden und wird von der Unternehmensführung kaum noch als Impulsgeber oder strategischer Partner wahrgenommen. Auch die Personalentwicklung ist immer häufiger von Seminarkatalogen und Standardtrainings geprägt, die von den Fachabteilungen abgerufen und nur noch selten mit den strategischen Zielen des Unternehmens verknüpft werden. 

Wenn allerdings die Entwicklung einer nachhaltigen Innovationskultur auf der Agenda steht, reichen einzelne Kreativitätstrainings nicht aus. Vielmehr geht es um die Bearbeitung von Themen, wie der Stärkung der Selbstverantwortung der Mitarbeiter, die Gestaltung von Freiräumen im Arbeitsprozess, die Entwicklung einer Fehlerkultur und eine wertschätzende Haltung zu kreativem Denken und Veränderungen. 

Hier kann die HR durch ihre Kompetenzen in der Entwicklung von Menschen und Organisationen wieder zu einem wichtigen strategischen Partner der Geschäftsführung werden. Voraussetzung ist allerdings eine grundlegende Kenntnis der Funktionsweise und Entwicklung einer nachhaltigen Innovationskultur. 

Wie entsteht Innovation? 

Innovationstätigkeit wird im Wesentlichen von 3 Faktoren beeinflusst: 

Können (Besitze ich die nötigen Fähigkeiten?) 

Neben den technischen Voraussetzungen für die Entwicklung von Innovationen (z.B. die Nutzung neuer Technologien) sind häufig nur wenig methodische Kompetenzen bei den Mitarbeitern vorhanden. In meinen Innovationsworkshops frage ich beispielsweise häufig nach den Kreativitätstechniken, die die Teilnehmenden bereits kennen. Meistens sind dies nicht mehr als zwei oder drei, die erstgenannten sind nahezu immer Brainstorming, Mind Map und vielleicht noch Walt Disney. Danach kommt in der Regel nicht mehr viel, obwohl es über 200 bekannte Methoden gibt. Die darauf folgende Frage nach den tatsächlich in der Praxis eingesetzten Methoden liefert häufig ein betretenes Schweigen. Hier zeigt sich ein hohes Kompetenzdefizit, das dazu führt, dass im Alltag keine strukturierte Ideenfindung stattfindet. Gezielte Trainingsmaßnahmen können hier das Know-How deutlich erhöhen. 

Wollen (Habe ich die Bereitschaft?)

Innovationstätigkeit lässt sich nicht befehlen. Ideen entstehen nur, wenn die Mitarbeiter selber bereit sind, auf Ideensuche zu gehen. Auch wenn die Idee bereits vorhanden ist, braucht das Unternehmen engagierte Mitarbeiter, die eine Idee vorantreiben wollen. Die Einstellung von Führungskräften zum Innovationsprozess ist dabei ein wichtiger Schlüssel für die Umsetzung. Eine gelebte Innovationskultur motiviert zu eigenverantwortlicher Ideenfindung und sorgt für eine hohe Bereitschaft zur Realisierung von Innovationsprojekten. 

Dürfen (Gibt das Unternehmen mir die Möglichkeiten?) 

Ein entscheidender Faktor für die Verhinderung von Innovation sind häufig Innovationsbarrieren im Unternehmen. 

Diese können organisatorischer Natur sein (z.B. wenig Austausch zwischen Abteilungen, keine Freiräume für Mitarbeiter zum „Andersdenken“) oder sie finden sich in personeller Form durch Innovationsblockierer. Oftmals haben selbst Führungskräfte kein Interesse, Kreativität zuzulassen, da dies definierte Prozesse in der Abteilung stören könnte bzw. zusätzlich Arbeit verursacht. Ideen werden ohne genauere Prüfung abgelehnt, Freiräume nicht gewährt. Nicht selten finden sich nach meiner Erfahrung auch in der HR mehr Blockierer von Innovationen als Möglichmacher. 

Think Different – selber anders denken 

Für eine Positionierung von Personalern als Innovationstreiber reicht es nicht aus, nur in einer beratenden Funktion die Prozesse zu gestalten. Glaubwürdigkeit entsteht nur dann, wenn auch die HR Querdenker-Fähigkeiten beweist und die Mitarbeiter Innovations-Know-How besitzen. Erstaunen löst dabei oft die Erkenntnis aus, dass es bei den gefragten Kompetenzen weniger um technisches Wissen oder Projektmanagement-Prozesse geht, sondern vielmehr um die Entwicklung einer Geisteshaltung, die Abläufe hinterfragt, nach potenziellen Innovationschancen sucht oder dafür sorgt, dass Ideenfindung  im Unternehmen systematisiert wird.  

Schlüsselfaktor für gute Ideen ist auch eine hohe Diversität der eingesetzten Teams. Unterschiedliche Fachkompetenzen und kulturelle Unterschiede bringen neue Sichtweisen und vereinfachen das Durchbrechen vorhandener Denkmuster. Hier kann die HR eine wichtige Steuerungsfunktion bei der Zusammenstellung der Teams werden, um gezielt kreative Denkprozesse zu ermöglichen. 

Erfolgreiche Ideenfindung

Eine häufige Fehleinschätzung ist, dass Kreativität nur in einem chaotischen und
unstrukturierten Arbeitsumfeld passiert. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Überlasse ich Ideenfindung dem Zufall, kommt halt auch nur zufällig etwas Umsetzbares dabei heraus. Eine strukturierte, regelmäßige Ideensuche mit Methoden wie Innovationdigging (entwickelt von meinem Kollegen Benno van Aerssen) bietet hingegen einen optimalen Weg, um regelmäßig einen Strom von guten Ideen in die Innovationspipeline eines Unternehmens zu spülen. Die gemeinsame Arbeit an Herausforderungen bündelt die Kreativkräfte des Unternehmens und sorgt für eine starke Motivation, den Innovationsprozess voranzutreiben. 

Trainer benötigen Innovationskompetenz 

Auch Trainer werden sich zukünftig in unterschiedlichen Arbeitsbereichen wiederfinden. Auf der einen Seite werden bei den Unternehmen immer mehr Trainingsinhalte wie Führung, Kommunikation oder Teamentwicklung standardisiert, häufig verbunden mit einer Austauschbarkeit der ausführenden Trainer.  

Andererseits werden viele Trainer die Möglichkeit nutzen, sich in eine Beraterfunktion zu entwickeln und z.B. die Entwicklung der  Innovationskultur im Unternehmen begleiten. Bereits heute erleben wir in unserer Ausbildung zum Innovation Coach (www.innovationcoach.de), dass viele Teilnehmer bereits Trainer oder Coach sind und zukünftig verstärkt Innovations-Know-How in ihre Arbeit integrieren wollen. Viele Kreativitätstechniken zur Ideenfindung und -bewertung lassen sich natürlich auch gut in klassischen Workshop-Situationen einsetzen. 

Blick in die Zukunft – Das innovative Unternehmen 

Wagen wir einen Blick voraus, so ist davon auszugehen, dass Unternehmen in Zukunft in einem stetigen Veränderungsprozess stehen werden, mit deutlichen Auswirkungen auf Arbeit und Arbeitsplatzgestaltung. Flexible Prozesse, steigende Selbstverantwortung und kreatives Denken sind wichtige Erfolgsfaktoren und können sowohl von der internen HR-Abteilung als auch von externen Trainern vorangetrieben werden. Voraussetzung ist allerdings die Entwicklung neuer Methodenkompetenz und die Fähigkeit zum Querdenken. Bisher werden Personaler nicht als Innovationstreiber wahrgenommen. Es ist Zeit, das zu ändern.  


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Christian Buchholz

Christian Buchholz

Experte für Führung und Innovation
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